Kopfzeile

Inhalt

Information zu NAGRA-Tiefbohrungen im Standortgebiet Nördlich Lägern

10. Januar 2022

 

Der Gemeinderat Stadel informiert zum Jahrebeginn über die aktuellen Entwicklungen betreffend die NAGRA-Tiefbohrungen im Standortgebiet Nördlich Lägern

Bülach

Die Installation eines seismischen Langzeitbeobachtungssystems wurde Anfang Oktober 2021 vom ENSI freigegeben. Die Installationsarbeiten waren ursprünglich für Oktober/November 2021 vorgesehen; wurden jedoch aus mir nicht bekannten Gründen ins Frühjahr 2021 verschoben.

Die vorliegenden Resultate der Bohrung Bülach sind in Form des umfangreichen Nagra Arbeitsberichts NAB 20-08 via https://www.nagra.ch/de/arbeitsbericht-20-08 abrufbar.

Stadel 3

Die Bohrung soll im Frühjahr 2022 mit einem hydraulischen Langzeitbeobachtungssystem ausgestattet werden. Die hierfür nötige Freigabe des ENSI wurde bislang noch nicht beantragt, so dass mir keine Detailinformationen zum geplanten System vorliegen. Mit einem hydraulisches Langzeitbeobachtungssystem werden die Druckverhältnisse in den verschiedenen Tiefengrundwasserleiter über einen langen Zeitraum (Jahre bis Jahrzehnte) gemessen. Dies ist nötig, da die Druckverhältnisse durch die Bohrarbeiten gestört wurden und lange Zeit benötigen (speziell in geringdurchlässigen Schichten), um wieder in ungestörte Verhältnisse überzugehen. Zu Installation eines solchen Systems wird die zur Abdichtung des Bohrlochs eingebrachte Bohrlochverrohrung an den gewünschten Stellen gezielt mit kleinen Sprengsätzen perforiert («aufgeschossen»). Die aufgeschossenen Abschnitte werden gegeneinander mit Dichtelement getrennt und mit Drucksensoren instrumentiert. Details zum geplanten System kann ich ihnen auf Wunsch gern zukommen lassen, sofern diese uns vorliegen.

Die Bohrung ist zurzeit gegen die Oberfläche druckdicht verschlossen und befindet sich in einem sicheren, kontrollierten Zustand. Der Bohrplatz ist vollständig geräumt, bleibt zur Inbetriebnahme des Langzeitbeobachtungssystems umzäunt.

Stadel 2

Keine Veränderung seit dem letzten Update vom September 2021: Die Bohrung ist gegen die Oberfläche druckdicht verschlossen und befindet sich bis zum Entscheid über das weitere Vorgehen (vollständige Rückverfüllung oder Einbau eines Langzeitüberwachungssystems) in einem sicheren, kontrollierten Zustand. Der Bohrplatz ist vollständig geräumt und bleibt bis auf weiteres umzäunt.

Bachs

Seit September 2021 wurde der für die Zielsetzungen der Bohrung wichtigste Abschnitt (tonreichen Gesteine des sogenannten Doggers, inkl. des Opalinustons) von 510 bis 952 m unter Terrain erbohrt und anschliessend lange und intensiv im Bohrloch bzgl. seiner hydraulischen und mechanischen Eigenschaften getestet. Die Gewinnung von Bohrkernen und hydraulischen Tests verliefen erfolgreich und störungsfrei. Nach dem ersten Messpunkt der letzten Testreihe zu den mechanischen Eigenschaften verklemmte sich jedoch am 8. Dezember 2021 das Messinstrument im Bohrloch.

Auch nach mehreren Versuchen durch eine Spezialfirma konnte es nicht geborgen werden und wurde schlussendlich am 12. Dezember 2021 auf die Sohle des Bohrlochs (d.h. auf 945 m unter Terrain) gedrückt. Nach Rücksprache mit dem ENSI wurde das Bohrloch am vergangenen Wochenende mit Spezialzement bis in die letzte eingebaute Verrohrung (d.h. bis auf 500 m unter Terrain) vollständig rückverfüllt. Nach einer kurzen Betriebspause über die Festtage soll ab Anfang Januar 2022 ein neuer, parallelverlaufender Bohrast bis auf 952 m Tiefe erstellt werden. Mit diesem werden die Untersuchungen wie geplant fortgesetzt. Durch das verlorene Messinstrument und die damit verbundenen Korrekturmassnahmen wird sich der Abschluss der Bohrung Bachs um ca. einen Monat (d.h. neu Ende März 2022) verzögern.

Gemeinderat Stadel 
Dieter Schaltegger, Gemeindepräsident

NAGRA-Info

Fusszeile