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Einwohnerumfrage zu Tempo 30 - Auswertung
Der Gemeinderat Stadel prüfte im vergangenen Jahr die Einführung von Tempo-30-Zonen im Siedlungsgebiet. Anlass dazu waren wiederholte Anliegen aus der Bevölkerung. Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu erhalten, wurde im ersten Halbjahr 2025 ein Fachkonzept mit verschiedenen Umsetzungsvarianten erarbeitet. Ergänzend dazu führte die Gemeinde eine öffentliche Online-Umfrage durch, um die Haltung der Einwohnerinnen und Einwohner zu erfassen. Die Umfrage stand bis Ende Dezember 2025 offen. Je nach Fragestellung beteiligten sich zwischen 233 und 547 Personen – eine erfreulich hohe Teilnahme, welche den Ergebnissen eine solide Aussagekraft verleiht.
Die Auswertung zeigt zunächst, dass die Verkehrssituation im eigenen Wohnquartier mehrheitlich als sicher wahrgenommen wird. Rund drei Viertel der Befragten fühlen sich eher oder sehr sicher. Gleichzeitig äussert jedoch rund ein Viertel Sicherheitsbedenken. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Einschätzung der gefahrenen Geschwindigkeiten: Während etwa 60 Prozent diese als angemessen beurteilen, empfindet knapp 40 Prozent sie als zu hoch. Es besteht somit kein flächendeckend wahrgenommenes Problem, wohl aber ein spürbarer Verbesserungsbedarf in einzelnen Bereichen.
In der Grundsatzfrage zur Einführung von Tempo 30 im gesamten Siedlungsgebiet überwiegt eine kritische Haltung. 56,9 Prozent der Teilnehmenden lehnen eine generelle Einführung ab, 36,9 Prozent sprechen sich dafür aus, und 6,2 Prozent sind unentschlossen. Tempo 30 ist damit kein Konsensprojekt, findet jedoch bei einer bedeutenden Minderheit klare Unterstützung.
Als wichtigste Vorteile von Tempo 30 werden eine höhere Verkehrssicherheit – insbesondere für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende – sowie weniger Lärm und eine gesteigerte Aufenthaltsqualität genannt. Demgegenüber stehen Befürchtungen hinsichtlich eines schlechteren Verkehrsflusses, längerer Fahrzeiten und möglicher Umwege. Finanzielle Aspekte spielen in der Wahrnehmung eine untergeordnete Rolle. Die Diskussion dreht sich somit weniger um das Ziel der Verkehrssicherheit als vielmehr um die Auswirkungen auf den täglichen Verkehrsablauf.
Bei den möglichen Umsetzungsvarianten zeigt sich ein differenziertes Bild. Sollte Tempo 30 eingeführt werden, bevorzugt knapp die Hälfte der Befragten eine weitgehende Lösung mit Tempo 30 im gesamten Gemeindegebiet (mit Ausnahme von Raat). Rund ein Drittel spricht sich jedoch für eine Variante aus, welche die Hauptverkehrsachsen – Bachserstrasse, Hinterdorfstrasse und Dorfstrasse – ausnimmt. Eine stark eingeschränkte Umsetzung findet deutlich weniger Zustimmung. Insgesamt wird deutlich, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner zwischen Quartierstrassen und Hauptachsen unterscheiden möchten.
Auch die zahlreichen Freitextbemerkungen bestätigen dieses differenzierte Meinungsbild. Häufig genannt werden Tempo 30 in Wohnquartieren, im Umfeld von Schulhäusern oder an gefährlichen Stellen, während eine Reduktion auf Hauptverkehrsachsen mehrheitlich kritisch gesehen wird. Mehrfach wurde zudem auf die Bedeutung von Kontrollen und begleitenden Massnahmen hingewiesen.
Gestützt auf diese Ergebnisse hat der Gemeinderat entschieden, auf eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Stadel zu verzichten. Punktuelle Verkehrsberuhigungsmassnahmen sollen jedoch weiterhin situativ geprüft und im Rahmen künftiger Strassenbauprojekte beurteilt werden. Damit trägt der Gemeinderat dem geäusserten Wunsch nach verhältnismässigen und ortsspezifischen Lösungen Rechnung.
Zugehörige Objekte
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| Bericht über die Einwohnerumfrage zur Einführung von Tempo (PDF, 204 kB) | Download | 0 | Bericht über die Einwohnerumfrage zur Einführung von Tempo |
| Konzeptbericht-Tempo-30 (3) (PDF, 2.59 MB) | Download | 1 | Konzeptbericht-Tempo-30 (3) |