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Wasserqualität in Stadel

1. Juni 2020
Chlorothalonil und dessen Abbauprodukte im Trinkwasser

Im Grundwasser der Gemeinde Stadel ist ein erhöhter Wert eines Abbauprodukts des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil festgestellt worden. Für die Konsumentinnen und Konsumenten besteht laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen keine unmittelbare Gefährdung. Das Wasser kann weiterhin getrunken werden. Dennoch ist der Gemeinderat ob der erhöhten Werte besorgt und setzt alles daran, die Belastung mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Die Wasserversorgungen in der Schweiz sind im Rahmen ihrer Selbstkontrolle gemäss Lebensmittelgesetz verpflichtet, das Trinkwasser analytisch zu überwachen. Entsprechend hat das Kantonale Labor Zürich (KLZH) im März 2020 an diversen Stellen in unserer Wasserversorgung in unserem Auftrag Proben entnommen und im Hinblick auf die 8 neuen relevanten Metaboliten überprüft. Entsprechende Messungen werden bei den meisten Wasserversorgungen in der Schweiz aktuell durchgeführt. Mit Schreiben vom 17. April 2020 wurden wir durch das Kantonale Labor Zürich (KLZH) darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Höchstwert von 0.1 ug/l für das Metabolit R471811 (relevant seit 31.01.2020) bei der Probe direkt im Grundwasserpumpwerk überschritten wird (max. 0.78 ug/l). Die weiteren 7 Metaboliten sind allesamt unter dem entsprechenden Grenzwert.

Gemäss Aussage des Kantonalen Labors Zürich (KLZH) ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl von Wasserversorgungen im Kanton Zürich, welche ihr Trinkwasser mehrheitlich aus Grundwasser in landwirtschaftlich genutzten Gebieten beziehen, eine erhöhte Konzentration des Chlorothalonil-Metaboliten (R471811) aufweisen. In Wasserversorgungen mit grossen Seewasserfassungen oder Quellwasservorkommen sind dagegen bis dato keine oder weniger erhöhten Konzentrationen dieser Stoffe festgestellt worden.

Basierend auf Messresultaten aus zahlreichen Wasserversorgungen im Kanton Zürich wird das Kantonale Labor Zürich (KLZH) mit den Bundesbehörden im Spätsommer 2020 Gespräche über das weitere Vorgehen führen.

In Abstimmung mit den Kantonalen Behörden wird darum im Moment auf Massnahmen, die zeitlich und finanziell erheblich aufwendiger sind, verzichtet bis das weitere Vorgehen gesamtschweizerisch festgelegt ist.

Wir haben sehr hohe Qualitätsansprüche an das Trinkwasser und es gilt die Lebensmittelgesetzgebung weiterhin einzuhalten. Die wichtigste Massnahme wurde bereits vom Bund ergriffen, indem die Verwendung von Chlorothalonil per Januar 2020 in der Schweiz verboten ist. Das heisst, Chlorothalonil wird in der Landwirtschaft nicht mehr eingesetzt und die Chlorothalonil-Abbauprodukte im Grundwasser werden allmählich abnehmen.

Durch die hohen Quellwasservorkommen in Stadel, ist davon auszugehen, dass durch die Vermischung im Versorgungsnetz des Grundwassers mit Quellwasser die Konzentration so verdünnt werden kann, dass die Überschreitung im Leitungsnetz noch geringer ausfällt.

Wir sind auch weiterhin bestrebt Trinkwasser von bester Qualität an unsere Kunden zu liefern. Die Nutzung von lokalen Grundwasservorkommen ist ein wichtiger Beitrag dazu.
Wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.

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Relevante Metaboliten
Ob ein Wirkstoff oder ein Abbauprodukt (Metabolit) eines Wirkstoffes als relevant eingestuft wird, ist von der toxikologischen Beurteilung durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) abhängig. Dabei sind neben den toxikologischen Eigenschaften des Stoffes auch diejenigen des Wirkstoffes relevant, aus denen ein Abbauprodukt entstanden ist. Damit kann auch ein Metabolit, der nach aktueller Datenlage als in diesen Konzentrationen nicht gesundheitsgefährdend beurteilt würde, getreu dem Vorsorgeprinzip als relevant eingestuft werden. Rechtlich verbindlich ist die entsprechende Liste des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), welches die Liste aufgrund der Beurteilungen durch das BLV periodisch anpasst. Das BLW hat die Liste am 31.01.2020 aktualisiert. Neu werden alle Metaboliten des Wirkstoffes Chlorothalonil aufgeführt.
 

Für alle in der Liste des BLW aufgeführten und als relevant bezeichneten Stoffe gilt der Höchstwert von 0.1 μg/l für Trinkwasser im Verteilnetz einer Trinkwasserversorgung.
 

Massnahmen bei Höchstwertüberschreitungen
Trinkwasser mit Gehalten von relevanten Metaboliten über dem Höchstwert entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Dies ist allerdings nicht gleichzusetzen mit einer akuten Gesundheitsgefährdung beim Genuss dieses Trinkwassers. In Anwendung des Vorsorgeprinzips sind Massnahmen zu treffen, welche die Einhaltung der gesetzlichen Höchstwerte für solche Stoffe sicherstellen.

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